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Generation GrenzenlosUnabhängiges Magazin für junges Engagement

Engagementfelder

Jung und Alt: Wie Engagement zwischen den Generationen gelingt

Text: Redaktion Generation Grenzenlos,

Intergenerationelles Engagement verbindet junge und ältere Menschen in gemeinsamen Projekten, etwa in einem der über 520 Mehrgenerationenhäuser [Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus], bei der Digitalhilfe oder in Besuchsdiensten. Der Bedarf wächst: 2025 waren 23 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter, 1991 waren es 15 Prozent [Destatis 2026: Ältere Menschen].

Die Fakten

WasWas giltBeleg
Menschen ab 65 Jahren19,3 Millionen im Jahr 2025, 23 Prozent der BevölkerungDestatis 2026: Ältere Menschen
Mehrgenerationenhäuserüber 520 in ganz Deutschland, gefördert durch ein BundesprogrammBundesprogramm Mehrgenerationenhaus
Digitalhilfe vor OrtDigital-Kompass mit bundesweit über 300 lokalen StandortenDigital-Kompass
Betreuung im Alltaganerkannte Angebote mit ehrenamtlichen Helfern unter pflegefachlicher Anleitung (§ 45a SGB XI)§ 45a SGB XI
Alterkeine Altersgrenze; Mehrgenerationenhäuser sind Treffpunkte für alle GenerationenBundesprogramm Mehrgenerationenhaus
Zeit24 Prozent der Engagierten: 3 bis 5 Stunden pro Woche, 19 Prozent: 6 und mehr (2024)Freiwilligensurvey 2024
GeldBetreuung Pflegebedürftiger bis 3.300 Euro, andere Tätigkeiten bis 960 Euro steuerfrei (seit 1.1.2026)§ 3 Nr. 26/26a EStG
VersicherungEhrenamt in der Wohlfahrtspflege ist gesetzlich unfallversichert (§ 2 SGB VII)§ 2 SGB VII
WoSuche nach Mehrgenerationenhäusern in der Nähe auf der Website des BundesprogrammsBundesprogramm Mehrgenerationenhaus

Großeltern wohnen oft weit weg, Schule, Ausbildung und Freizeit spielen sich unter Gleichaltrigen ab, und viele ältere Menschen leben allein. Projekte zwischen den Generationen bringen beide Seiten zusammen. Sie funktionieren am besten, wenn Jung und Alt gleichermaßen etwas geben und etwas bekommen, statt dass die einen den anderen „helfen“.

Warum wächst der Bedarf an generationenübergreifenden Projekten?

Der Bedarf wächst, weil der Anteil älterer Menschen stark steigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lebten 2025 in Deutschland 19,3 Millionen Menschen ab 65 Jahren, 7,3 Millionen mehr als 1991; ihr Anteil an der Bevölkerung stieg von 15 auf 23 Prozent [Destatis 2026: Ältere Menschen].

Ältere Menschen sind dabei selbst sehr engagiert. Im sozialen Bereich sind die 65- bis 74-Jährigen laut Freiwilligensurvey 2024 mit 10,6 Prozent die am stärksten engagierte Altersgruppe [Freiwilligensurvey 2024]. Gute Generationenprojekte nutzen das: Sie verstehen Ältere nicht nur als Zielgruppe, sondern als Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Ab wann, wie viel Zeit, was gibt es, und wo meldest du dich?

Für Generationenprojekte gibt es keine Altersgrenze; Mehrgenerationenhäuser verstehen sich ausdrücklich als Treffpunkte für alle Generationen und lassen sich über eine Ortssuche auf der Website des Bundesprogramms finden [Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus].

  • Zeit: Besuchsdienste und Lernpatenschaften leben von festen Terminen. Für die eigene, zeitintensivste Tätigkeit wenden laut Freiwilligensurvey 2024 24 Prozent der Engagierten drei bis fünf Stunden pro Woche auf und 19 Prozent sechs oder mehr; 48 Prozent sind mindestens einmal pro Woche aktiv [Freiwilligensurvey 2024].
  • Geld: Für die Betreuung alter, kranker oder behinderter Menschen im Auftrag eines gemeinnützigen Trägers bleiben bis 3.300 Euro im Jahr steuerfrei, für andere Tätigkeiten bis 960 Euro [§ 3 Nr. 26/26a EStG]; siehe Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale.
  • Versicherung: Wer ehrenamtlich in der Wohlfahrtspflege tätig ist, etwa im Besuchsdienst eines Wohlfahrtsverbands, ist gesetzlich unfallversichert [§ 2 SGB VII]; mehr im Beitrag zur Versicherung im Ehrenamt.
  • Wo: Mehrgenerationenhäuser, Seniorentreffs der Wohlfahrtsverbände und die Freiwilligenagentur vor Ort sind die üblichen Anlaufstellen; Wege dorthin beschreibt Ehrenamt finden.

Welche Formen gibt es?

Es gibt fünf verbreitete Formen des Engagements zwischen den Generationen, die sich im Aufwand stark unterscheiden.

Form Wer gibt was Zeitaufwand
Digitalhilfe, Handysprechstunde Junge erklären Technik projektweise oder wöchentlich
Lese- und Lernpatenschaften Ältere unterstützen Kinder und Jugendliche wöchentlich
Besuchsdienste, Spaziergänge Junge schenken Zeit und Gespräch wöchentlich, verlässlich
Erzählcafés, Zeitzeugenprojekte Ältere erzählen, Junge dokumentieren projektweise
gemeinsame Gärten, Werkstätten, Chöre beide gleichermaßen regelmäßig

Was bieten Mehrgenerationenhäuser?

Mehrgenerationenhäuser sind offene Treffpunkte, an denen sich alle Altersgruppen begegnen. Bundesweit gibt es über 520 solcher Häuser; sie stärken das Miteinander von Jung und Alt, bieten Unterstützung im Alltag und werden über das Bundesprogramm „Miteinander – Füreinander“ gefördert [Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus].

Für junge Engagierte sind Mehrgenerationenhäuser ein guter Einstieg, weil es dort bereits Strukturen, Räume und Ansprechpersonen gibt. Typische Aufgaben sind Hausaufgabenhilfe, Hilfe bei Veranstaltungen, Technik-Treffs oder Begleitung von Ausflügen. Über eine Suche auf der Website des Bundesprogramms findest du Häuser in deiner Nähe [Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus].

Wie hilfst du älteren Menschen bei digitalen Fragen?

Digitalhilfe gehört zu den gefragtesten Angeboten, weil immer mehr Alltagsdienste nur noch online funktionieren: Termine beim Amt, Bankgeschäfte, Fahrkarten, Videotelefonie mit der Familie. Netzwerke wie der Digital-Kompass unterstützen bundesweit über 300 lokale Standorte, an denen Menschen ihr digitales Wissen an andere weitergeben, und stellen Lehrmaterial bereit [Digital-Kompass].

Bewährte Regeln für eine Handysprechstunde:

  1. Die andere Person tippt selbst, du erklärst. So bleibt das Gelernte hängen.
  2. Langsam sprechen, Fachbegriffe vermeiden oder erklären.
  3. Nie Passwörter oder PINs notieren oder eingeben, die dir nicht ausdrücklich für diesen Moment gegeben werden, und keine Bankgeschäfte für andere erledigen.
  4. Die wichtigsten Schritte auf einem Zettel festhalten, den die Person behält.
  5. Vor Betrugsmaschen warnen, etwa gefälschten Nachrichten von angeblichen Familienmitgliedern.

Wie funktionieren Besuchsdienste?

Besuchsdienste leben von Verlässlichkeit: Ein fester Termin pro Woche ist mehr wert als gelegentliche große Aktionen. Organisiert werden sie von Wohlfahrtsverbänden, Kirchengemeinden, Pflegeeinrichtungen und Nachbarschaftsvereinen. Vor dem ersten Besuch sollte es eine Einführung geben, etwa zu Gesprächsführung, Umgang mit Demenz und dazu, was du tun kannst, wenn es der besuchten Person schlecht geht.

Ein Teil der Besuchs- und Betreuungsangebote für Ältere ist rechtlich geregelt. Nach § 45a SGB XI gibt es Angebote zur Unterstützung im Alltag, in denen insbesondere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unter pflegefachlicher Anleitung Pflegebedürftige in Gruppen oder zu Hause betreuen; sie brauchen eine Anerkennung durch die zuständige Behörde [§ 45a SGB XI]. Wer dort mitarbeitet, bekommt in der Regel eine Schulung.

Wie startest du ein eigenes Generationenprojekt?

Ein eigenes Projekt startet am besten mit einem Partner, der Zugang zu älteren Menschen hat, etwa einem Seniorenheim, einem Seniorentreff oder einem Mehrgenerationenhaus. Dann helfen drei Fragen:

  • Was interessiert beide Seiten? Musik, Kochen, Gärtnern, Geschichte des eigenen Ortes.
  • Wie kommen alle hin? Barrierefreie Räume, Fahrdienste, Uhrzeiten, die zu Schule und Mittagsruhe passen.
  • Wer ist verantwortlich? Eine erwachsene Ansprechperson auf beiden Seiten, vor allem wenn Minderjährige beteiligt sind.

Am wichtigsten ist die Haltung: Begegnung auf Augenhöhe. Ältere Menschen sind nicht in erster Linie hilfsbedürftig, sondern bringen Erfahrung, Geschichten und oft viel Zeit mit. Junge Menschen bringen Neugier, Technikwissen und frische Ideen. Projekte, die beides zusammenbringen, halten oft über Jahre.

Fragen, die oft kommen

Was ist ein Mehrgenerationenhaus?

Ein Mehrgenerationenhaus ist ein offener Treffpunkt für alle Altersgruppen mit Angeboten wie Café, Kursen, Nachbarschaftshilfe und Beratung. Bundesweit gibt es über 520 solcher Häuser, die über ein Bundesprogramm gefördert werden [Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus].

Brauche ich besondere Kenntnisse, um älteren Menschen bei Smartphone und Internet zu helfen?

Nein, für Digitalhilfe brauchst du keine besonderen Kenntnisse; Geduld ist wichtiger als Fachwissen. Netzwerke wie der Digital-Kompass stellen Lern- und Lehrmaterial bereit und unterstützen Standorte, an denen Menschen digitales Wissen weitergeben [Digital-Kompass].

Kann ich als Schülerin regelmäßig ein Seniorenheim besuchen?

Ja, Schülerinnen und Schüler können regelmäßig Seniorenheime besuchen: Viele Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände haben Besuchsdienste und freuen sich über junge Ehrenamtliche. Frag nach einer Einführung und einer festen Ansprechperson im Haus.

Werden ehrenamtliche Betreuungsangebote für Pflegebedürftige gefördert?

Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI, in denen Ehrenamtliche unter pflegefachlicher Anleitung Pflegebedürftige betreuen, brauchen eine Anerkennung durch die zuständige Behörde. Das Gesetz regelt auch, wie Pflegebedürftige solche Angebote mit Leistungen der Pflegeversicherung verbinden können [§ 45a SGB XI].

Belege

  1. Destatis 2026: Ältere Menschen — Statistisches Bundesamt (Destatis) – Die Bevölkerungsgruppe der älteren Menschen ab 65 Jahren – 2026 – destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografische… – nachgeprüft am 02.10.2026
  2. Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus — Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus (BMBFSFJ) – Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander – mehrgenerationenhaeuser.de – nachgeprüft am 02.10.2026
  3. Digital-Kompass — Digital-Kompass – Digital-Kompass: Digital einfach erklärt – digital-kompass.de – nachgeprüft am 02.10.2026
  4. § 45a SGB XI — Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de) – Sozialgesetzbuch XI, § 45a Angebote zur Unterstützung im Alltag – gesetze-im-internet.de/sgb_11/__45a.html – nachgeprüft am 02.10.2026
  5. Freiwilligensurvey 2024 — Die Bundesregierung (im Auftrag der Staatsministerin für Sport und Ehrenamt) – Freiwilliges Engagement in Deutschland. Zentrale Ergebnisse des Sechsten Deutschen Freiwilligensurveys (FWS 2024) – 2025 – publikationen-bundesregierung.de/resource/blob/… – nachgeprüft am 02.10.2026
  6. § 3 Nr. 26/26a EStG — Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de) – Einkommensteuergesetz (EStG), § 3 Nr. 26 und Nr. 26a – gesetze-im-internet.de/estg/__3.html – nachgeprüft am 02.10.2026
  7. § 2 SGB VII — Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de) – Sozialgesetzbuch VII, § 2 Versicherung kraft Gesetzes – gesetze-im-internet.de/sgb_7/__2.html – nachgeprüft am 02.10.2026